Valerie Karpan: Hydraulic Border Intervals
Hydraulic Border Intervals ist eine Installation und ein künstlerisches Forschungsprojekt, das Grenzen als ökologische und infrastrukturelle Bedingungen untersucht, die aus dem Zusammenspiel von militärischer Gewalt, sich verändernden Landschaften sowie den Zirkulationen von Menschen, Wasser und Klang hervorgehen.
In der kreisförmigen Architektur des Tieranatomischen Theaters (TA T) installiert, tritt die Arbeit in einen Dialog mit den vielschichtigen Geschichten des Gebäudes als Ort der Beobachtung und des Experimentierens sowie mit seiner Nähe zur Panke. Sie basiert auf Feldaufnahmen und gefundenen Materialien, die im Rahmen einer kollaborativen Forschung auf der Insel Chortyzja (Ukraine) gemeinsam mit Maryna Marynichenko und Clemens Poole entstanden sind, und integriert zudem Aufnahmen aus dem Evros-Delta (Griechenland) von Lefteris Krysalis. Die Installation entfaltet sich als Hörumgebung, die durch Interferenzen (Durch/Unterbrechungen?) und wechselnde Beziehungen zwischen Körpern, Klang und Raum strukturiert ist.
Was erwartet Sie
Die öffentliche Aktivierung am 4. Juli markiert die erste gemeinsame Präsentation der Installation in Form von
• Listening Sessions,
• eines Künstlerinnengesprächs und
• Gesprächen mit Teilnehmenden.
Diese Begegnungen erweitern die Auseinandersetzung des Projekts mit Übertragung als ökologischem und sozialem Prozess, der sich unter Bedingungen eingeschränkter Mobilität und instabiler Wahrnehmungsverhältnisse vollzieht.
Hydraulic Border Intervals lädt die Besuchenden dazu ein, sich durch fragmentarische Signale und wechselnde klangliche Beziehungen zu bewegen, und fragt danach, wie Wissen weiterhin zirkulieren kann, wenn die Kanäle, durch die es vermittelt wird, instabil bleiben.
Über die Künstlerin
Valerie Karpan ist Forscherin und Kulturschaffende. Sie arbeitet sowohl in künstlerischen als auch in wissenschaftlichen Kontexten. Ihre Arbeit ist geprägt von einem Engagement für inklusive Bildung, partizipative Kunst und innovative kuratorische Praktiken. Zu ihren zentralen Forschungsfeldern gehören partizipative Kunst, koloniale und dekoloniale Diskurse im Kontext der Osteuropastudien, Formen der Erinnerung und des Gedenkens sowie partizative Kartierung.
Sie ist Mitbegründerin der NGO Cultural Geographies und ihrer Initiative Children’s Geographies. Seit 2018 ist sie Mitglied der Kunstgruppe Variable Name. Sie war Stipendiatin des Gaude-Polonia-Programms des polnischen Ministeriums für Kultur und Nationales Erbe (2018), Teilnehmerin der Curatorial Platform des PinchukArtCentre (2020) sowie Artist-in-Residence am WRO Art Centre in Wrocław, Polen (2019), und im Programm Ukrainian Calling in Frankfurt (Oder), Deutschland (2021). 2022 war sie Art Prospect Fellow (Art Prospect, New York), wo sie gemeinsam mit Kolleg*innen aus den USA zu sozial engagierten Praktiken forschte. Für den PinchukArtCentre Prize 2025 wurde sie nominiert.
Zugehörige Ausstellungen und Veranstaltungen
Impressum
Künstlerin
Valerie Karpan
Forschung und künstlerische Mitarbeit
Feldaufnahmen und Feldforschung (Insel Chortyzja, Ukraine)
Maryna Marynichenko
Clemens Poole
Feldaufnahmen (Evros-Delta, Griechenland)
Lefteris Krysalis
Klangentwicklung
Jean-Daniel Tömör
Lefteris Krysalis
Konzeptionelle Gespräche
Maryna Marynichenko
Clemens Poole
Lefteris Krysalis
Yurii Tymoshenko (Mokri Dereva)
Roman Kahal
Yehor Polishchuk
Materielle Beiträge
Mariia Piletska (saisonale fotografische Drucke)
Yevheniia Maior (Objekte)
Skulpturale Beiträge, Animation
Oleksii Voitykh
Eine Produktion von
inherit. heritage in transformation, Humboldt-Universität zu Berlin
Direktion
Prof. Dr. Eva Ehninger
Prof. Dr. Sharon Macdonald
Szenographie und Produktion
Caspar Pichner
Produktionsassistenz
Anne Huber
Koordination
Elisaveta Ernst
Partner & Förderer

Gefördert durch
Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt
Leichte Sprache
Hydraulic Border Intervals ist eine Kunst-Installation und ein Forschungsprojekt der Künstlerin Valerie Karpan.
Die Arbeit beschäftigt sich mit Grenzen.
Sie fragt:
Wie entstehen Grenzen durch Krieg, Landschaften, Wasser, Geräusche und die Bewegungen von Menschen?
Die Installation ist im Tieranatomischen Theater (TA T) zu sehen.
Sie bezieht sich auf die Geschichte des Gebäudes und auf die nahe gelegene Panke.
Für die Arbeit wurden Tonaufnahmen und verschiedene Materialien gesammelt.
Diese entstanden bei gemeinsamer Forschung auf der Insel Chortyzja in der Ukraine.
Daran beteiligt waren Maryna Marynichenko, Clemens Poole und Valerie Karpan.
Weitere Tonaufnahmen stammen aus dem Evros-Delta in Griechenland und wurden von Lefteris Krysalis aufgenommen.
Die Installation lädt zum Hören ein.
Klänge, Stimmen und Geräusche verändern sich im Raum.
So entstehen immer neue Verbindungen zwischen Klang, Körper und Umgebung.
Am 4. Juli gibt es eine öffentliche Veranstaltung zur Installation.
Dort finden gemeinsame Hör-Sessions, ein Gespräch mit der Künstlerin und Gespräche mit Besucher*innen statt.
Die Veranstaltung fragt:
Wie können Menschen Wissen teilen, wenn Wege der Kommunikation unsicher oder unterbrochen sind?
Hydraulic Border Intervals lädt Besucher*innen dazu ein, aufmerksam zuzuhören und neue Verbindungen zwischen Klang, Orten und Menschen zu entdecken.


