Singende Nacht, Konzert, Veranstaltung

Good Night Assembly

Nächtlisches Gesangstreffen

Lange Nacht der Museen 2026

Samstag, 29.08.2026, 20:45-23:00

Tieranatomisches Theater, Hörsaal

Tickets via Lange Nacht der Museen 2026

Gesang in allen Sprachen | Moderation auf Deutsch und Englisch

Leichte Sprache Version ↓

„Ein Lied bewegt sich immer auf ein hörendes Ohr zu, irgendwo in der Zukunft.“ — John Berger

Zur Langen Nacht der Museen lädt das Tieranatomische Theater das Publikum dazu ein, gemeinsam mit lokalen Chören und Stimmpraktiker*innen im historischen Hörsaal eine nächtliche Gesangsversammlung und eine kollektive Hörpraxis zu erleben. Unter den 1790 gemalten Fresken von Bernhard Rode erscheint die Veterinärmedizin als Akt der Fürsorge, aber auch der Wachsamkeit und Kontrolle. Kann die Stimme diese Spannung heilen? Singt mit, ruht euch aus oder begleitet das Gebäude in den Schlaf.


In diesem nach innen gekehrten Resonanzkörper, in dem kein Atemzug unbemerkt bleibt, stellt die Good Night Assembly die Frage, what es bedeutet, ein anderes Lebewesen durch die Nacht zu begleiten – und schlägt damit eine Brücke zu den in den Kuppelfresken dargestellten Beziehungen von Nähe, Arbeit und Ruhen.

Was Sie erwartet

Die musikalische Dramaturgie folgt dem langsamen Übergang vom Abend in die Nacht. Die beteiligten Gruppen bringen Renaissance-Madrigale, Wiegenlieder und mehrstimmige Gesänge aus unterschiedlichen Traditionen zu einer gemeinsamen, lebendigen Klanglandschaft zusammen.

Der Raum als Instrument: Die außergewöhnliche Akustik und die knarrenden Bänke aus Lindenholz verwandeln den historischen Hörsaal selbst in einen Resonanzkörper.

Ein kollektives vokales Fresko: Angeleitet von der Künstlerin und Stimmpraktikerin Agnieszka Bulacik entfaltet sich der Abend durch Momente der Stille, Atemrhythmen und des gemeinsamen Zuhörens. Nach und nach entsteht unter der Kuppel eine temporäre Klanginstallation.

Klangliche Wegbegleitung: Wir laden dazu ein, Klänge zu erleben, die beruhigen, versammeln, leiten oder schützen – Wiegenlieder, gesummte Strukturen und nächtliche Gesänge, die menschliche und mehr-als-menschliche Welten miteinander verbinden.

Dauer: 135 Minuten (15 Minuten Einführung, 120 Minuten Gesang)

Präsentiert auf Deutsch und Englisch. Gesungen wird in allen Sprachen.

Mitwirkende

The evening features the Kammerchor Sono97 and Bibliotheca Musica  c/o Verein der Freunde der Staatsbibliothek  (conducted by Sergi Gili Solé), the choir Todas las Voces (conducted by Byron Carrasco), and Johanne Braun with a vocal ensemble specially assembled for this occasion, bringing together participants from her summer workshop and singers from the Berlin women’s choir Akazien-Grazien. Joined by voice practitioners Mina Djordjevic and Anna Grodecki, these diverse languages, musical traditions, and voices merge into a single composition. Developed by TA T curator of public programmes & Outreach Paz Ponce in collaboration with Agnieszka Bulacik.

Hinweis: Die mitwirkenden Chöre und Vokalgruppen wurden über einen Open Call ausgewählt. Die Veranstaltung ist zudem Teil des partizipativen Audioguide-Projekts „Das (Zu-)hörende Theater“ und wird in Ton und Bild dokumentiert.

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Oder direkt am Samstag, den 29., im Tieranatomischen Theater.


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Ausführliche Beschreibung der historischen Kuppelfresken im Tieranatomischen Theater

Rund um den kreisförmigen Hörsaal des Tieranatomischen Theaters erhebt sich eine Kuppel mit konzentrischen, gemalten Ornamenten. Die Malerei erinnert an architektonische Strukturen, die sich nach oben hin in eine optische Täuschung auflösen. Die Muster überlagern und durchkreuzen einander wie ein geflochtenes Gewebe, das sich zum Oberlicht in der Mitte der Kuppel öffnet. Zwischen den Fenstern unterhalb der Kuppel bewegen sich menschliche und tierische Figuren durch Szenen voller Nähe und Mehrdeutigkeit.

Ein Hund richtet sich zu einer sitzenden Person auf und leckt ihr die Nase. Ein anderer liegt zusammengerollt zu Füßen eines Bogenschützen – oder ist es ein Jäger? Unter herabhängenden Girlanden aus Blättern und Früchten lehnen Körper aneinander. Es wirkt, als bereiteten sie eine Zeremonie vor oder verweilten nach ihrem Ende.

Eine kräftige Figur trägt einen Widder auf den Schultern.

Manche Figuren scheinen Wache zu halten, andere ruhen. Einige Körper wirken erschöpft, nachdenklich, trauernd oder bereits in den Schlaf gleitend.

Es ist schwer zu erkennen, ob etwas gerade beginnt oder längst vergangen ist.

Unter der Kuppel führen hölzerne Sitzreihen in konzentrischen Kreisen zum Mittelpunkt des Raumes hinab. Der Raum erinnert an ein kleines Theater, das sich nach innen richtet. Alle Anwesenden teilen denselben Aufmerksamkeitsraum. Klänge breiten sich leicht aus. Das Lindenholz knarrt schon bei kleinsten Bewegungen. Eine Gewichtsverlagerung, ein Flüstern oder ein Atemzug können unter der Kuppel weit getragen werden.

In diesem Raum bleibt niemand akustisch unbemerkt.

Historische Resonanzen: Fürsorge und Kontrolle

Die Fresken wurden gegen Ende des 18. Jahrhunderts von Bernhard Rode gemalt. Sie waren Teil einer größeren Allegorie der Veterinärmedizin als einer damals neu entstehenden Disziplin der Fürsorge. Menschliches und tierisches Leben erscheinen darin innerhalb desselben visuellen und ethischen Bezugsraums: Beziehungen von Heilung, Führung, Arbeit, Abhängigkeit, Begleitung, Ansteckung und Kontrolle.

Das Tieranatomische Theater trägt jedoch auch eine andere Geschichte in sich: die Geschichte von Beobachtung, Klassifizierung, Sektion und der Instrumentalisierung tierischen Lebens im Namen der Wissenschaft. Es ist ein Ort der Tiermedizin und des gemeinsamen Lernens, an dem Fürsorge und Kontrolle bis heute in der Architektur selbst miteinander verwoben sind.

Die Figuren über uns bleiben in diesen Widersprüchen verankert.

Zur diesjährigen Langen Nacht der Museen (Samstag, 29.08.2026) laden wir Chöre, Vokalensembles, Singgruppen und Menschen, die mit kollektiven Stimmpraktiken arbeiten, ein, unter der Kuppel zusammenzukommen und mit diesen Fresken in Resonanz zu treten – im Rahmen eines nächtlichen Gesangstreffens.

Für eine Nacht laden wir Sie ein, dabei zu helfen, das Gebäude

– und die Wesen, die seine Kuppel bevölkern – in den Schlaf zu begleiten.

Wie Jonathan Crary uns erinnert, ist „der Schlaf eine der wenigen verbliebenen Erfahrungen, in denen wir uns – bewusst oder unbewusst – in die Obhut anderer begeben.“

 
Ein Wiegenlied begleitet diesen Übergang: jenen Moment, in dem die Wachsamkeit nachlässt, der Atem ruhiger wird und sich ein Körper der Nähe eines anderen anvertraut.

Uns interessieren die Klänge, mit denen sich Körper gegenseitig in die Ruhe, in den Schlaf und durch Übergänge begleiten: Wiegenlieder, Lamenti, Summklänge, Atemrhythmen, Pfiffe, Bordune, Flüstern, wiederholte stimmliche Gesten, Hirtenrufe, Nachtlieder, Nachtgesänge und mehr-als-menschliche Stimmpraktiken.

Lieder für jene, die wachen.

Lieder für jene, die vielleicht nicht mehr erwachen.

Welche Klänge begleiten Körper in die Ruhe? Welche Stimmen bleiben wach, während andere schlafen? Was bedeutet es, über ein anderes Lebewesen durch die Nacht zu wachen? Und wird das eine lange Nacht werden?

Wie klingt Gefährtenschaft?

 
Welche Klänge nutzen wir, um einander zu beruhigen, zu versammeln, zu leiten, einander zu folgen oder einander zu schützen? Wie rufen wir Körper näher zu uns?

Wir laden die teilnehmenden Gruppen ein, ein Stück Nähe mitzubringen, das das Gebäude klanglich bewohnen kann.

Mitwirken / Mitsingen beim Good Night Assembly

Wir freuen uns über Beiträge von Chören, Vokalensembles, Singgruppen und Menschen, die mit kollektiven Stimmpraktiken arbeiten und den Hörsaal durch Klang, Fürsorge, Zuhören und nächtliche Präsenz beleben möchten.

Blinde und sehbehinderte Personen sind herzlich willkommen.

Das Tieranatomische Theater ist barrierefrei zugänglich. Ein Aufzug führt in den Hörsaal. Die oberen Bereiche der ansteigenden Sitzreihen sind nicht mit dem Rollstuhl zugänglich.

Wenn Sie bei der Good Night Assembly mitsingen möchten, senden Sie uns bitte bis zum 15. Juli 2026 per E-Mail:

– eine kurze Vorstellung Ihres Ensembles oder Ihrer Praxis – eine Gesangsaufnahme (Audio oder Video-Link/Datei) – einige Worte zu dem Lied oder der Stimmpraxis, die Sie im Zusammenhang mit dem Thema der Good Night Assembly einbringen möchten

Die Veranstaltung ist Teil von Das Zu-hörende Theater– dem langfristigen Audioguide- und Audiowalk-Projekt für den Campus Nord der Humboldt-Universität zu Berlin. Ausgewählte Live-Aufnahmen des Abends werden später Teil des Klangarchivs des TA T Audioguides und setzen ihren Weg zu zukünftigen Zuhörer*innen fort.

Die im Rahmen der Bewerbung eingereichten Informationen und Materialien werden ausschließlich für die Auswahl und Organisation der Good Night Assembly verwendet. Sie werden weder veröffentlicht noch außerhalb des Projektteams weitergegeben.

Datenschutzhinweis

Die im Rahmen dieses Open Calls eingereichten Informationen und Materialien werden ausschließlich für die Auswahl und Organisation der Good Night Assembly verwendet.

Zugang zu den Bewerbungsunterlagen hat ausschließlich das Projektteam.

Ausgewählte Teilnehmende erhalten weitere Informationen zu Dokumentation, Audioaufnahmen, Einwilligungserklärungen sowie zur möglichen Aufnahme von Veranstaltungsaufzeichnungen in das Klangarchiv des Audioguides von Das Zu-hörende Theater.

Lange Nacht der Museen

Am 29. August findet die Lange Nacht der Museen statt.

Weitere partizipative Veranstaltungen

  • Partizipative Forschung und Wissensaustausch

    Juni-Oktober 2026

    Offen für Beteiligung

    Tieranatomisches Theater & Campus Nord

    Das Zu-(hörende) Theater

    Mehr: Das Zu-(hörende) Theater
  • Singende Nacht, Konzert, Veranstaltung

    Samstag, 29.08.2026, 20:45-23:00

    Lange Nacht der Museen 2026

    Tieranatomisches Theater, Hörsaal

    Gute Nacht Versammlung

    Mehr: Gute Nacht Versammlung
  • Hörarchiv, Erinnerungssammlung

    24.06.26 – 13.09.26

    Offen für Beiträge

    Kontakt per E-Mail | Termin vereinbaren | Besuch in Raum 102

    Erinnerungen an diesen Ort gesucht

    Mehr: Erinnerungen an diesen Ort gesucht

Impressum

  • Konzept & Kuratierung: Paz Ponce
  • Gastforscherin und Moderatorin: Agnieszka Bulacik
  • Licht: Fanny Welz
  • Projektmanagement: Antonia Willisch
  • Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit: Paz Ponce, Frederike Nolte-Jaedicke

Projektpartner

Leichte Sprache

Ein Lied reist weiter.
Es sucht ein Ohr, das ihm zuhört.
Vielleicht hört jemand erst in der Zukunft zu.
Vielleicht hört jemand an einem anderen Ort zu.
— nach John Berger

Ein Abend zum gemeinsamen Singen im Tieranatomischen Theater

Der 29. August ist die Lange Nacht der Museen.

Chöre und Gesangsgruppen kommen in den runden Saal des Tieranatomischen Theaters. Sie wurden über einen Aufruf (Open Call, jetzt geschlossen) ausgewählt.

Dieses Haus hat eine lange Geschichte.

Menschen kamen hierher, um etwas über Tiere und Tiermedizin zu lernen.

Manche Tiere wurden hier gepflegt.

Manche Tiere wurden für die Forschung genutzt.

Manchmal fühlt sich diese Geschichte traurig an.

Für einen Abend wollen wir das Haus mit Stimmen, Zuhören und Fürsorge füllen.

Über uns sind alte Bilder. Sie zeigen Tiermedizin als Fürsorge, aber auch als Kontrolle.

Wir fragen uns: Kann die Stimme diese Spannung heilen?

Für einen Abend wollen wir das Haus mit Stimmen, Zuhören und Fürsorge füllen.

Sie können mitsingen, sich ausruhen oder helfen, das Haus und die Tiere in den Schlaf zu begleiten.

Wir singen Wiegenlieder, Nachtlieder, Hirtenrufe, Summen und andere Stimmen.

Wir hören einander zu.

Die Künstlerin Agnieszka Bulacik leitet den Abend. Sie sorgt für gemeinsame Momente des Zuhörens zwischen den Beiträgen.

Mit dabei sind:

  • Kammerchor Sono97 und Bibliotheca Musica (geleitet von Sergi Gili Solé)
  • Todas las Voces (geleitet von Byron Carrasco)
  • Johanne Braun mit einer Gruppe aus ihrem Sommer-Workshop und dem Frauenchor Akazien-Grazien
  • Die Stimmpraktikerinnen Mina Djordjevic und Anna Grodecki

Kuratiert von Paz Ponce. Paz arbeitet am Tieranatomischen Theater als Kuratorin für Vermittlung & Outreach.

Hinweis

Diese Veranstaltung ist Teil des Audioguide-Projekts Das (Zu-)hörende Theater.

Der Abend wird mit Ton und Video aufgenommen.

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